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Felnev-Moto Performance

Werkstatt

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Ventildeckelentlüftung

Die 97er TL1000S hat keine 100%ig funktionierende Getriebeentlüftung, so dass sich besonders bei hohen Drehzahlen im hinternen Zylinderkopf Druck aufbauen kann, was den Rückfluss des Öls in den Ölsumpf beeinträchtigen kann. Eine Folge können Schäden an den Kurbelwellenlagerungen sein.

Abhilfe soll eine Entlüftung über den hinteren Zylinderkopfdeckel bringen, die als Nachrüstung empfohlen wurde, aber soweit ich weiss keine offizielle Rückrufaktion von Suzuki war. Auftretende Schäden hängen stark von Einsatzzweck und Fahrweise ab. Im Alltagsbetrieb sind langzeitig hohe Drehzahlen nicht so häufig, bewegt man die TL auf der Rennstrecke, steigt die Gefahr erheblich.

Da der sich Aufwand und Kosten für diese Nachrüstung in überschaubaren Grenzen halten, wenn man nur die Teile kauft und die Arbeit selbst macht, habe ich die Nachrüstung selbst gemacht. Zwar anders umgesetzt als Suzuki, aber in der Funktion gleich.

Planung

Das sind die Teile, die ich für meine Umrüstung benötige:

  • 35cm Schlauch mit 10mm Innendurchmesser
  • ein T-Stück reduzierend 18-10-18
  • 2 Schlauchschellen 18-32mm
  • 2 Schlauschschellen 15-17mm
  • Ringöse für 10mm Schlauch mit 10mm Schraubloch
  • Hohlschraube M10x1,5 Länge 23mm
  • 2 Aludichtringe 10x16x1,5mm
  • Alu-Nietmutter M10 für Materialstärke 3-6mm
    • Werkzeug: 
    • ein Nietgerät zum einsetzen der Nietmutter
    • ein Stufenbohrer mit 13mm Stufe
    • Dremel mit Fräsern

Umbau

Dann kann es losgehen! Linke Verkleidungsseite runter und den Tank anheben/abstützen. Den vorhandenen Entlüftungsschlauch am vorderen Bereich des Lutiltergehäuses (Klemmschelle) und am Getriebe (Schlauchschelle) lösen und ausbauen.

Den hinteren Zylinderkopfdeckel abnehmen. Am markierten Punkt des Deckels mit dem Stufenbohrer ein 13er Loch bohren.

Anschließend die erhabenen Buchstaben und auf der Innenseite die Stege abfräsen, um Platz ein gute Auflage für die Nietmutter zu schaffen.

Die Nietmutter habe ich mit etwas hochtemperaturfestem Silikon eingesetzt.

Schon kann der Zylinderkopfdeckel wieder montiert werden, nachdem er gründlich von Bohrspänen und Frässtaub gereinigt wurde. Nur ganz wenig Silikon an der Halbmonden am äußeren Rand verwenden!

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Kleiner Kühlkreislauf

Einer der wichtigsten Umrüstungen der TL1000S im Rahmen der Rückrufaktionen war der kleine Kühlkreislauf mit dem 82°C Thermostat und dem Tempraturfühler direkt am Thermostat. Gleichzeitig mit dem Tausch der ECU wurde damit dem extremen Benzinverbrauch und der Ölverdünnung durch Benzin aufgrund zu niedriger Betriebtemperatur entgegengewirkt. Diverse Schäden, von Lagern bis zu Kolben und Ventilen, können bei Ölverdünnung mit Benzin auftreten.

Da die TL im Wiederaubau ausser dem Lenkungsdämpfer keine Umbauten durch Rückrufaktionen erfahren hat, habe ich die Umrüstung auf den kleinen Kühlkreislauf vorgenommen.

Ausgangsituation
 
Temperaturfühler noch im Kühler
 
altes Thermostatgehäuse ohne Fühler und Baypass

Dazu habe ich mir folgende Teile gebraucht besorgt:

  • Thermostatgehäuse der SV1000
  • Wasserpumpendeckel der SV
  • ECU / Steuergerät

Zusätzliche Neuteile:

  • Thermostatventil
  • Verschlussschraube für Kühler (anstelle des dort eingesetzten Themperaturfühlers)
  • 9mm Schlauch und passende Schellen für Bypass
  • Kühlmittel
Einbau

An sich ist das Ganze kein Hexenwerk. Kühllüssigkeit ablassen, Wasserpumpendeckel abnehmen, Temperaturfühler auf der linken Seite des Kühlers ausbauen und das Thermostatgehäuse zwischen den beiden Zylindern. Das 82°C Thermostatventil in das Gehäuse von der SV einsetzen und den Temperaturfühler ebenalls dort einsetzen. Dieses Gehäuse einen zusätzlichen Bypass-Abgang, auf den der 9mm Schlauch gesteckt wird. Jetzt kann dieses Thermostatgehäuse den Platz des alten zwischen den beiden Zylindern einnehmen, wobei der 9mm Schlauch am Zylinderfuss des vorderen Zylinders Richtung Wasserpumpe gelegt wird. Der  Wasserpumpendeckel der SV hat einen etwas längeren Auslass für den Schlauch zum Kühler und auf der Innenseite einen Anschluss für den Bypass-Schlauch. Also muss jetzt nur noch der Bypass-Schlauch passend abgelängt und auch die dicke Schlauchleitung zum Kühler ca. 2cm gekürzt werden, damit es den Kühler nicht so nach vorne drückt. Alle Ablasschrauben mit neuen Dichtringen wieder rein, Kühlmittel einfüllen und entlüften. Dann noch die ECU unterm Sitz gegen die Version 2 tauschen.

neues Thermostatgehäuse (Temeratursensor oben links, Bypassschlauch nach unten)
neuer Wasserpumpendeckel mit innenliegendem Bypassabgang
geschafft!

Rückrufaktion umgesetzt. 🙂

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Tankupdate

Tankreparatur und -update

Eine Rückrufaktion für die 97er TL1000S betraf den Tank. Die erste Version wurde wohl häufiger durch Vibrationen undicht. Die neuere Version ist an einer Prägung auf der Unterseite des Tank im Bereich, der über dem Luftfilterkasten liegt, zu erkennen. Zur Versteifung und Schwingungsminderung hat man hier eine kreuzförmige Vertiefung ins Blech gepresst. Zum Tausch des Tanks kamen noch zusätzliche Auflagepunkte, die bei der Rückrufaktion nachgerüstet wurden.

Bei der von mir erworbenen TL lief der Tank beim der ersten Testfahrt und Tankstop aus. Nicht nur so ein paar Tropfen, nein! Es lief so richtig aus dem Überlaufschlauch des Tanks am Kupplungdeckel, als ich vom Bezahlen aus der Tanke kam 🤢.

Ursachenforschung

Der Tank hat von der Einbaumulde des Tankdeckels ein Röhrchen bis zur Unterseite des Tanks, damit (Regen-)Wasser abfließen kann. Ebenso fließt darüber Benzin ab, wenn der Tank zu voll gemacht wird, dann in der Sonne steht und sich dadurch der Sprit ausdehnt. Dieses Röhrchen ist quer durch den Tank verlegt. Im oberen Bereich hatte dieses einen Vibrationsriss, den man deutlich durch den Tankstutzen erfühlen konntet. Damit laufen ein paar Liter Benzin aus, bis das obere Drittel des Tanks leer ist.

Reparatur

Mit dieser Erkenntnis machte ich mich an die Planung einer Reparatur. An die defekte Stelle selbst kommt man praktisch nicht ran. Einziger Abschnitt des Röhrchens wo ein wenig Platz zum Arbeiten ist, ist durch die Öffnung der Benzinpumpeneinheit. Das Röhrchen verläuft vom Tankdeckel mit etwas Abstand entlang der Tankform rechtsseitg bis hinter die Benzinpumpenöffnung.

In diesem Bereich habe ich das Röhrchen mit einem Metallsägeblatt von Hand durchtrennt. Da die beiden Endpunkte der Leitung von der Trennstelle aus recht weit entfernt sind, konnte ich das Röhrchen ohne Schaden ein wenig verbiegen, so dass an der Schnittstelle ein Versatz von etwa 10mm erreicht wurde. Nun zwei Klemmschellen für einen Schlauch (ich weiss den Innendurchmesser nicht mehr exakt; glaube 9mm) in beide Richtungen von der Trennstelle aufschieben. Anschließend habe ich einen benzinbeständigen Schlauch von der Trennstelle bis nach oben zum Tankdeckel über das Röhrchen geschoben. Den Schlauch auf dieser Länge möglichst stark stauchen und dann an der Trennstelle abschneiden. Die Schnittstellen wieder aneinanderbiegen und sich den Schlauch wieder auf seine volle Länge ausdehenen lassen. Noch die Klemmschellen an den beiden Schlauchenden aufsetzen. Vibrationsresistent dicht!

Nachrüstung Tankauflagen

Den Tank habe ich nicht gegen die neue Version ersetzt, aber die zusätzlchen Tankauflagen habe ich mir gebraucht besorgt. Dazu werden die beiden oberen Schrauben des Heckrahmens enternt und durch längere ersetzt. Dann können die Metallhalter jeweils von der Innenseite auf die überstehende Schraube gesteckt und mit einer selbstsichernden Mutter festgeschraubt. Die Metallhalter stützen sich am Hauptrahmen ab und nehmen oben Gummiblöcke auf, auf denen der Tank dann zusätzlich aufliegt und dadurch Vibrationen verringert werden.

Obere Verschraubung Heckrahmen vor Umbau
zusätzliche Tankabstützung
Abstützung am Hauptrahmen

Der Tank hängt nun nicht mehr nur an der drehbaren Tankaufhängung unter der Sitzbank, sondern hat zwei Auflagepunkte.

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Ölsieb der TL

Ölsieb

Der TL-Motor hat ein Ösieb verbaut, welches groben Schmutz und Metallabrieb zurückhalten soll. Dazu hat das Ölsieb auch einen kleinen Magneten. Die "Rückhaltekammer" für den Schmutz hat sogar eine eigene Ablaßschraube. Da zum Öffnen jedoch der hintere Krümmer abgenommen werden muß, wird es oft vernachläßigt dort mal nach grober Verschmutzung zu sehen. An das Ölsieb selbst kommt man nur, wenn man den Getriebeseitendeckel der Kupplungsseite abnimmt. Dazu wiederrum muß die Wasserpumpe ausgebaut werden.

unterschätzte Probleme

Eine undichte Wasserpumpe machte den Ausbau des Getriebedeckels auf der Kupplungsseite notwendig. Und was mich da erwartete, war eine grosse Überrauschung.

In der Rückhaltekammer des Ölsiebs lachte mich eine Ansammlung leuchtend roter Silikonwürste an. 😯 Dabei ist diese TL laut Belegen von Werkstätten gewartet worden.

was sich alles vor dem Ölsieb sammelt
wenn das in Ölkanälen gelandet wäre ...

Das Sieb selbst hatte noch ein paar kleinere Ablagerungen zurückgehalten, aber nichts Bedenkliches.

Sieb mit Magnet in der Mitte
kleinere Dreckpartikel kleben an Siebunterseite
Glück gehabt

Das Ölsieb soll groben Schmutz und Metallabrieb zurückhalten. Wenn zuviel Dichtmasse bei Ventilspielkontrolle oder sonstigen Arbeiten, bei denen Deckel neu abgedichtet werden müssen, aufgetragen wird, kann sich überschüssiges Material im Ölsieb sammeln. Wird zuviel Fläche des Siebs mit Verschmutzungen verklebt, wird der Ölfluß gestört und es kann zu Motorschäden führen.

Deshalb: regelmäßige Kontrolle auch des Ölsiebs machen

Ablassschraube Filterkammer